Adaption nach kanadischem Vorbild
Die UWE-Befragung ist eine Adaption eines kanadischen Befragungsinstruments, dem „Middle Years Development Instrument“ (MDI), das in der Provinz British Columbia in Kanada im Rahmen des Präventionsprogramms „Human Early Learning Partnership“ (HELP) eingesetzt wird. Das Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) der Fakultät für Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum hat das Befragungsinstrument gemeinsam mit der Stadt Herne in einer ersten Projektphase an die hiesigen Verhältnisse angepasst und getestet. Die dazugehörige Pilotbefragung wurde im Jahr 2017 durchgeführt.
UWE ist mittlerweile zu einem unabhängigen Instrument gewachsen, das in Zusammenarbeit mit Kommunen und Schulen vom ZEFIR durchgeführt und ausgewertet wurde. Der Verein Familiengerechte Kommune e.V. hat in der Entwicklungsphase eng mit dem ZEFIR zusammengearbeitet und bietet das Instrument „Frag’ UWE!“ seit 2022 interessierten Kommunen an.
Methodischer Mehrwert
Die UWE-Befragung füllt eine Lücke, da bisherige einschlägige Studien keine Analysen zu den lokalen Kontexten erlauben: Kommunen und Schulen können daraus zwar etwas über förderliche Faktoren für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern allgemein lernen, sie wissen aber nicht, an welcher Schule oder in welchem Stadtteil welche Probleme wie stark ausgeprägt sind – anders bei UWE.
Wie wird Wohlbefinden gemessen?
UWE geht von der sozialwissenschaftlichen Theorie aus, dass die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von einer Vielzahl von Umgebungsmerkmalen beeinflusst wird. Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und ihren Potenzialen nachhaltig zu fördern, bedeutet demnach, die dauerhafte Umwelt, in der sie aufwachsen und alltäglich leben, zu verändern und positiv zu gestalten. Auf der Basis der Ergebnisse werden zwei Indizes gebildet.
Wohlbefinden-Index
Dieser Index gibt z. B. Auskunft über das subjektive Empfinden der Jugendlichen zu Dimensionen wie Glück, Optimismus und Selbstwertgefühl.
Ressourcen-Index
Dieser Index nimmt die Ausstattung der Jugendlichen mit materiellen und immateriellen Ressourcen, wie beispielsweise Ernährung und Schlaf, aber auch die Beziehungen zu Mitmenschen in den Blick.